Zahnkosmetik
Ein strahlendes Lächeln nicht nur in Hollywood!
Bei der Oscarverleihung in Los Angeles fiel es mir besonders auf: Das Hollywood-Schönheitsgesetz Nummer eins, das perfekte Lächeln. Ein Muss, geradezu eine Selbstverständlichkeit für jeden, der was werden will in diesem Durchlauferhitzer der Eitelkeiten. Schließlich ist die wichtigste Handelsware dort der Traum von perfekter Schönheit – und vor allem die Vorspiegelung derselben.
Es zog also auf dem roten Oscar-Teppich alles, was Rang und Namen hat in Hollywood, an mir vorbei und erledigte sein Pflichtprogramm. Und das fordert als allererste schlichte Grundvoraussetzung ein hundertfaches Strahle-Lächeln in die Kameras der Welt. Was ich erspähte, war natürlich immer das gleiche: Zahnreihen, ebenmäßig wie Perlenschnüre, Zahnhälse schwanengleich, es glänzten mir juwelenartige Gebilde entgegen, changierend in Nobelfarben von Elfenbein über Ecru bis Edelweiß... Ich bin mir sicher: Kein einziger Star auf dieser berühmtesten Meile des Showbiz hat seine Lächel-Perfektion ebenso perfekten Genen zu verdanken. Naturbelassene Originale dürften da so selten sein wie die Blaue Mauritius in Papas Briefmarkensammlung.
Doch im Unterschied zu uns in Deutschland behauptet auch niemand, die eigene Schönheit sei von ganz, ganz oben per Gnadenerlass geschenkt. Nein, Amerika tickt cash&carry: Man spricht drüber, oder man tut es nicht (je nach sozialem Status und Etepetete-Faktor), doch jeder weiß es und findet das so normal wie den elektrischen Reißwolf in der Küchenspüle. Schönheit kostet. Nicht nur Geld, oh nein. Wie jedes Fashion victim weiß auch der professionelle Hollywood-Agent: Schönheit ist eine Frage von Geld UND Know-how. Man muss sie kennen, die Ärzte, die Spezialisten, die Schönheitsfachleute und das dazugehörige Pflegepersonal.
Und damit kehre ich zum Hollywood-Lächeln zurück. Darüber diskutiert dort drüben eigentlich niemand wirklich engagiert. Denn Los Angeles hat – wie alle Metropolen der USA – ein flächendeckendes Netz von Zahnarztpraxen, die längst zu Multifunktions-Wohlfühl-und-Beauty-Komplexen geworden sind. Man geht hin, entspannt sich soweit möglich angesichts der akuten zahnlichen Gemengelage, wird von Ambiente und Personal verwöhnt – und verlässt das Etablissement nicht nur frisch verplombt, sondern deutlich verschönt. Oder mit einem detaillierten Plan für den Weg dorthin.
Tom Cruise hat da Dental-Maßstäbe gesetzt: Seine Zahnspange hat den letzten Rest Verklemmtheit aus der kollektiven Vorstellung von Kieferorthopädie geschwemmt. Heute gilt – zumindest im middleclass-Amerika: Ein strahlendes Lächeln unterstreicht den guten Ton – und ist nur eine Frage des Wollens, keine Frage des ärztlichen Könnens. Naja. Obwohl wir uns ja sehr gemütlich in unserem „Old-Europe-Image“ bescheiden: DEM stehen wir hier in Deutschland in nichts nach: Know-how und Praxis-Ambiente finden wir hier für das Kreieren des befreiten Lächelns auf exakt dem gleichen Niveau wie in den USA. Nur sind wir im Umgang mit diesen Möglichkeiten wie so häufig einfach ein bisschen verklemmt. Tuscheln, kichern, bloß nicht beim Bleaching gesehen werden.
Doch da setze ich auf die normative Kraft des Faktischen: Mehr und mehr Menschen wandeln auch hierzulande durchs Leben und lächeln auf diese ganz besondere Weise entspannt. Weil sie ihr eigenes Lächel-Spiegelbild einfach gerne sehen mögen. Und deshalb bin ich mir sicher: Auch die deutschen Zahnärzte haben diesem Trend schon längst auf den Nerv gefühlt und für topfit befunden. Der Patient ist König. Und Könige wünschen nicht nur ein apfel-potentes Gebiss, oh nein. Könige wünschen ein königliches Lächeln.
Deshalb kann ich mir auch zu dieser Frage nicht verkneifen: Alles wird gut.
Ihre Nina Ruge
|